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C. Huaraz

Glücklicherweise war das Busunternehmen wirklich gut und unsere Hoffnungen auf eine ruhige und schlaferfüllte Nacht wurden erfüllt. Fit und munter kamen wir also morgens um 6.30 Uhr in Huaraz an und durften direkt in unser Airbnb einchecken. Huaraz an sich ist nicht von besonderer Schönheit, aber insgesamt doch eine sehr typische peruanische Stadt hoch in den Bergen gelegen. In unserem Airbnb fühlten wir uns sehr wohl und die Heizung erfreute uns vor allem ab Sonnenuntergang und wärmte uns die Füße. Am ersten Tag gingen wir in die Stadt und aßen im Mercado zu Mittag, wo wir danach einen Großeinkauf für den Aufenthalt in Huaraz machten. Die Einkäufe – besonders auf den chaotischen Märkten – erledigen wir mittlerweile immer schneller und wir wissen recht gut, wo was zu finden ist. Dieses Mal bekamen wir ausnahmslos alles, was wir einkaufen wollten, in der riesigen Markthalle. Bisher hatten wir oft für spezielle Einzelheiten (Dosentomaten, Coke Zero, o.ä.) noch zusätzlich in einen Supermarkt müssen. Mit vollen Rucksäcken liefen wir über den Plaza de Armas und verglichen einige Touranbieter miteinander. Wir entschieden uns für 3 Ausflüge in 4 Tagen mit einem Tag Pause nach dem anstrengenden Ausflug zur Laguna 69.

Wieder zu Hause verräumten wir alles und bereiteten Essen und Ausrüstung für die nächsten Tage vor.

Der erste Ausflug führte zur Laguna Paron – hoch oben in den schneebedeckten Gipfeln der Anden als Teil der Cordilla blanca gelegen. Nachdem wir um 8.15 Uhr abgeholt worden waren, zog sich die Hinfahrt fast unerträglich in die Länge. Wir saßen mit 8 Personen in einem klapprigen Toyota Avanza und verließen nach 2 Stunden Fahrt die befestigte Straße, um die nächsten 2 Stunden über Felsen in die Berge zu holpern. Unterwegs verloren wir das Reserverad, das wir kurzerhand in den Kofferraum packten. Beim Einladen sah man deutlich, dass es im Notfall nichts helfen würde: Es enthielt keine Luft.

Nach fast 5 Stunden Fahrt kamen wir an der toll gelegenen Lagune an. Glücklicherweise waren wir durch den tollen An- und Ausblick schnell versöhnt. Wir erklommen einen kleinen Hügel neben der Lagune, der hervorragende Ausblicke liefert und vesperten und machten Fotos. Insgesamt hatten wir rund 2 Stunden Zeit an der Lagune, bevor es wieder ins enge Auto ging. Auf der Heimfahrt versuchten wir, mit Musik auf den Kopfhörern trotz der Enge und der unangenehmen Fahrt die wundervolle Landschaft zu genießen. Über den letzten Stopp waren wir zunächst nicht erfreut, da es uns einfach nur nach Hause zog – als wir aber den Hintergrund erklärt bekamen, war uns klar, dass hier ein Halt definitiv unumgänglich war. Das Dorf Yungay war vor ca. 40 Jahren komplett von einer Lawine vom höchsten Berg Perus (Huascaran 6768 m) verschüttet worden. Gerade an unserem Ausflugstag war Gedenktag für das verschüttete Dorf und viele Menschen besuchten die Gedenkstätte und den Friedhof. Auch der Präsident war am Vormittag dort gewesen – auf der Hinfahrt hatten wir seine Eskorte gesehen. Die Berge und das Panorama wirken so friedlich und schön – es ist hart zu sehen, was solche Naturkatastrophen aber anrichten können.

Nach nochmals fast 2 Stunden Fahrt kamen wir endlich in Huaraz an. Wir kochten, richteten erneut Proviant und Rucksäcke für den nächsten Tag und gingen flott ins Bett. Die Laguna Paron hatte uns toll gefallen und auch das Panorama auf dem Weg war toll. Dennoch waren 9-10 Stunden Autofahrt für diesen kurzen Besuch etwas zu lang.

Abholung für den Ausflug zur Laguna 69 war schon um 4.30 Uhr. Wir mussten bis 5 Uhr warten, bis uns unser Bus endlich holte und fuhren dann noch knapp eine Stunde durch Huaraz und sammelten die restlichen Ausflugsteilnehmer ein – ärgerlich. Die Fahrt zur Lagune war kurzweilig, da wir etwas Schlaf fanden und die Strecke in die Berge deutlich angenehmer war. Um 8.50 Uhr verließen wir den Bus und starteten unseren knapp 3-stündigen Aufstieg zur Lagune. Auf 7 km ging es gut 750 Höhenmeter hinauf und wir kamen – wie immer in diesen Höhen – ordentlich ins Schnaufen. Die Wanderung und die Umgebung raubten uns noch zusätzlich den Atem. Vermutlich eine unserer schönsten Wanderungen überhaupt. Wasserfälle, Blumen, Kühe, Esel und rundum die schneebedeckten Gipfel von unter anderem Huascaran machten die Wanderung wirklich unvergesslich. Immer wieder öffnete sich die Landschaft nach steilen Aufstiegen in höher gelegene Ebenen, wo wieder Kühe grasten. Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichten wir die blau schimmernde Lagune und machten es uns zur Mittagspause mit Vesper gemütlich. Wir wollten die Lagune gar nicht mehr verlassen und so kamen wir etwas später als geplant oben los und mussten uns auf dem Weg nach unten ganz schön sputen. Richard, unser Guide, hatte 14.50 Uhr als Abfahrt des Busses festgelegt. Um 14.55 Uhr kamen wir ziemlich außer Atem am Bus an und stellten fest: Wir waren mit die ersten, die am Bus warteten. In den darauffolgenden 90 Minuten wuchs unser Ärger immer mehr an, dass wir uns so unter Druck gesetzt hatten und unser Guide ein so schlechtes Zeitmanagement hatte. Dennoch glücklich und zufrieden nach dieser tollen Wanderung machten wir uns im Bus auf den Heimweg, der sich extrem in die Länge zog, da wir kurz vor der Ankunft in Huaraz nochmal über eine halbe Stunde in einem Baustellenstau standen. So kamen wir erst um 20.30 Uhr zu Hause an, duschten, kochten und machten es uns auf dem Sofa gemütlich. Zum Reinfeiern reichte es aber dann doch nicht mehr – gegen 23 Uhr fielen uns die Augen zu und wir schliefen in Matzes Geburtstag hinein.

Für Matzes Geburtstag war der Ausruhtag nach der Wanderung vorgesehen und diesen genossen wir in vollen Zügen. Mittags auf dem Mercado Central und abends beim Inder gingen wir schön essen und legten ansonsten die Füße hoch. Bei Matze bestätigten sich die Magenprobleme vom Vorabend und die Durchfälle häuften sich. Trotzdem konnten wir den Tag genießen und es war umso besser, dass wir keine Tour für diesen Tag geplant hatten. Leider ging es auch am nächsten Morgen bei Matze noch nicht besser und so mussten wir die letzte Tour zum Pastoruri-Gletscher absagen. Der Chef unserer Tour war nicht sehr freundlich am Telefon und verweigerte jegliche Erstattungen und argumentierte mehrfach, wir könnten einen Tag später teilnehmen. Dass wir da schon im Bus nach Lima sitzen würden, wollte er nicht hören. So waren wir einen zweiten Tag gezwungenermaßen zu Hause und Matze kurierte sich aus.

Heute sitzen wir beide mit etwas unguten Mägen im Bus. Von 9.15 Uhr bis 17.15 Uhr wird uns „Transportes Linea“ nach Lima bringen. Das Tannacomp wird hoffentlich wirken und die Fahrt nicht zum völligen Disaster machen. Es gibt Toiletten in den meisten Bussen in Südamerika – die sind aber allesamt „Solo para urinario“.

Magen-Darm-Infektionen gehören bisher zu den häufigsten Beschwerden auf unserer Reise. Bisher hatte es immer nur Miri erwischt, nun musste eben auch Matze mal dran sein. Trotzdem verliefen auch diese meist problemlos und waren recht schnell wieder vorüber. In einem Jahr auf Reise möchten wir die einfachen „Straßenküchen“ und Essen der einheimischen Bevölkerung einfach nicht missen, wir wissen aber, dass dies ein höheres Risiko für Magenprobleme birgt. Das ist es uns aber wert.

Wir freuen uns auf Lima, denn wir haben ein Fitnessstudio, einen Pool und eine Sauna im Haus. Hoffentlich sind wir so weit fit, dass wir das die nächsten 4 Tage auch nutzen können.

An unsere lieben Kolleginnen und Kollegen: Gutes Durchhalten noch die letzten 3 Tage bis zu den Pfingstferien und dann eine tolle Erholung.

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