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Milford Sound, das Zentrum der Südinsel Queenstown und der zweite Besuch in Wanaka (G-H, D)

Die Fahrt ins Fjordland verlief ohne Zwischenfälle und wir kamen mittags bei Sonnenschein am Parkplatz „The Divine“, dem Startpunk für den Key Summit Track, an. Einen aufgewärmten Fried-Rice später stapften wir auch schon los und konnten eine knappe Stunde später bereits das Wahnsinns-Panorama dort oben genießen. Wir legten uns in die Sonne und ließen die Strahlen all unsere Glieder wärmen, bevor wir dann den Abstieg und die kurze Fahrt zum DOC-Campingplatz „Cascade Creek“ antraten. Dort nahmen wir eine weitere Solardusche und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Wir freuten uns auf den bevorstehenden Tag, denn eine Bootsfahrt durch den Milford Sound war geplant. Hier hatten wir mal wieder ein Schnäppchen gefunden. Die Internetseite bookme.co.nz bietet kurzfristige Angebote für Aktivitäten in Neuseeland an. Zum unschlagbaren Preis von 29 NZ$ pro Person buchte Miri uns eine 2,5 stündige Bootsfahrt.

 

Zu früher Morgenstunde brachen wir auf, um pünktlich am Bootsanleger des Milford Sound zu sein. Wir hatten Glück: Wie am Vortag gab es keine Wolken und es versprach, ein sonniger Tag zu werden. Um neun Uhr legte unser Schiff (eines von 8 großen Cruise- Schiffanbietern) am Hafen ab und machte sich auf den Weg durch den Fjord bis hin zur Meeresöffnung. Schon gleich waren wir begeistert von den tollen Berge, den vielen Wasserfällen und der Farbenpracht. Wir genossen auf dem Deck die Aussicht, auch wenn es noch etwas kühl war. Auf dem Rückweg fuhr das Boot nah an Wasserfälle ran und wir sahen die Robben am Sealrock spielen und relaxen. Die Fahrt hatte sich für uns definitiv gelohnt. Im Vorfeld taten wir uns schwer mit dem Besuch einer dieser Fjorde. Den Doubtful Sound kann man nur über Mehrtagestouren buchen und auch am Milford Sound kann man ohne vorher gebuchte Schiffstour nichts auf eigene Faust erkunden. Eigentlich bevorzugen wir Orte, an denen man selbständig wandern, spazieren und entdecken kann. Das ist hier nicht vorgesehen und somit waren wir umso zufriedener mit Miris Schnäppchen. Außerdem befand sich in der Buchungsbestätigung ein Gutschein für eine 25 minütige Jetbootfahrt in Queenstwon. Auf dem Weg dorthin riefen wir beim Jetbootveranstalter an und waren völlig überrascht: Es gab keinen Haken. Der Gutschein galt für 2 Personen und die nette Dame am Telefon buchte für uns am nächsten Morgen um 10 Uhr zwei Plätze. Wir verbrachten die Nacht am See südlich von Queenstown und genossen die Abendsonne bei einem kurzen Bad im See.

 

 

 

Aufgeregt fuhren wir am nächsten Morgen nach Queenstown hinein, denn wir waren beide noch nie vorher Jetboot gefahren. Schon in den ersten Minuten ließ die Anspannung nach und wir merkten, dass wir uns entspannen konnten. 25 Minuten lang wurden wir unterbrochen von 360° Drehungen über den See gefahren und rasten auch unter einer Brücke hindurch. Ein schönes Erlebnis, das wir aus ökologischer Sicht sonst niemals gebucht hätten, als Schwaben wollten wir aber den Gutschein nicht verfallen lassen (Em gschenkta Gaul….). Insgesamt merkten wir schnell, wo Queenstown seinen Schwerpunkt gelegt hat. Es geht um Adrenalin und Outdooraction soweit das Auge reicht: Paragliding, Skydiving, Downhill Mountainbiken, Ziplines, Wandern, Helikopterflug etc.

Wir bummelten durch die Stadt und lachten über die Angewohnheiten von Langzeitreisenden. Wir „testeten“ die Handcreme im Souvenirshop, naschten die Spezialitätenschokolade um die Wette und taten sehr interessiert. Egal wo wir Handcreme-Tester stehen sehen, schmotzen wir uns reichlich die Hände ein, denn Handcreme ist ein Luxusartikel, den wir sonst nicht mit uns tragen.

 

 

Zum Mittagessen marschierten wir auf den Bobs Peak hinauf, um eine tolle Sicht über Queenstown zu bekommen. Da auch eine Gondel hinauffährt, war es dort proppevoll. Auch hier stand alles unter dem Motto Action und so waren die Menschen am Sommerrodeln und minütlich starteten die Paraglider in die Luft. Eine Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlags in Christchurch wurde abgehalten, abgesehen davon haben wir von dieser Thematik nur über die deutschen Medien erfahren.

 

Zurück bei Will fuhren wir eine wunderschöne Küstenstraße entlang nach Glenorchy und die Landschaft machte uns mal wieder sprachlos. Wir freuten uns schon sehr hier auf dem Rückweg wild campen zu können. Ein Eis später mussten wir leider feststellen, dass die Seeküste voller Sandfliegen war. Die Viecher fielen über uns her, sogar während wir im See badeten. Wir brachen panisch und noch nicht fertig angezogen wieder auf. Statt eines gemütlichen Abends machten wir einen Großeinkauf und stellten Will mitten in den Bergen zwischen Queenstown und Wanaka zum Schlafen ab.

 

Der Samstag brachte Kaiserwetter und wäre im Nachhinein perfekt für unsere geplante Waschmaschine gewesen. Wir vertrödelten ihn mit Baden und waren beide etwas traurig darüber, dass an diesem Tag auf dem beim letzten Besuch so ruhigen Wanaka-See dieses Mal Jetskis und Motorboote heulten. Wir gingen früh schlafen, denn am nächsten Morgen wartete Roys Peak darauf, von uns bestiegen zu werden. Vor den 1200 Höhenmetern einfach hatten wir etwas Respekt. Wir rüsteten uns gut aus und liefen um 8.30 Uhr am Parkplatz los. Nach ca. 2 Stunden kamen wir am Instagramhotspot an und freuten uns, dass die Schlange zum berühmten Foto zu diesem Zeitpunkt recht kurz war. Die Wartezeit für das berühmte Foto kann bis zu 1 Stunde dauern. Wir waren nach 30 Minuten mit unseren Fotos und der Pipipause durch und liefen die restlichen 200 Höhenmeter zum Gipfel. Vor atemberaubender Kulisse vesperten wir und unterhielten uns mit Julia und Susan. Wir hatten uns am Instapoint gegenseitig mit dem Fotografieren geholfen und tauschten noch einige Tipps zur Weiterreise aus. Unten am Auto angekommen, stellten wir überrascht fest, dass wir die Tour ohne extreme Anstrengung gemeistert hatten. So konnte der Nachmittag noch geschäftig beendet werden. Während das Gulasch weich kochte, wuschen wir einen riesigen Berg Wäsche, den wir zum Glück vor dem abends einsetzenden Regen einigermaßen trocken bekamen.

 

 

Die letzte Wäscheleine hängt im Moment noch diagonal hinten im Camper und es regnet seit gestern Abend durchgängig. Neuseelands Wetterapp warnt vor Sturm und Starkregen für den Westen und Süden Neuseelands und wir sind mitten drin. Kurzfristig hatten wir überlegt unsere Route zu ändern, doch es gab keine wirklich guten Alternativen. So werden wir die nächsten Tage spontan schauen, wann und wie schnell es für uns auf die Nordinsel geht und ob es noch die Chance gibt, Mount Cook und die Gletscher (Fox und Franz Josef) von der Westküste aus zu sehen. Bei dem Wetter passt es gerade ganz gut, dass Will entweder heute Nachmittag oder morgen früh in die Werkstatt kann, da der Abfluss für unser Abwasser verstopft ist und gleichzeitig kann dann endlich auch das nervige Quietschen beseitigt werden, das uns schon seit Beginn der Reise begleitet – vermutlich der Keilriemen. Jetzt heißt es abwarten und Tee trinken. Ab Donnerstag soll das heftige Tief vorbeigezogen sein.

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