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E. Esperance

Kaum aus den Bergen heraus bekamen wir auch schon wieder Sehnsucht nach dem Meer und der Küste, wovon es in Esperance reichlich geben sollte. Leider machte uns hier das Wetter ein wenig einen Strich durch die Rechnung. Die letzten Sonnenstunden nach Ankunft in Esperance genossen wir noch am Strand, bevor die Sonne sich für zwei Tage verabschiedete. Der puderzuckerweiße Sand unter unseren Füßen ließ uns staunen und wir waren mal wieder baff, was für schöne Küsten es in Australien gibt.

 

Am nächsten Morgen nahmen wir uns den „Great Ocean Drive“ vor und begannen hiermit am Hafen von Esperance. Esperance an sich hat wenig zu bieten und ist hauptsächlich für seine schönen Küsten und malerischen Buchten bekannt. Vor dem Mittagessen stand ein Einkauf an. Wir waren überrascht – auch Woolworth ist vom Preisniveau her erträglicher, als wir es erwartet hatten. Für die nächsten zwei Nächte zogen wir auf einen günstigeren Campingplatz um und starteten von dort aus zum Teil Zwei des Great Ocean Drives, der uns vorbei an Pink Lake (nicht mehr pink) die traumhafte Küste entlang führte.

 

Bei den vielen Küsten und Stränden erinnerten wir uns an die Aussage von Uli, der in Bezug auf das Ende seiner Weltreise einmal sagte: „Und dann juckt dich auch der 400. Strand nicht mehr groß.“ Selbstverständlich schätzen wir die Schönheit der Natur wert, merken aber, dass sich die Fotos der verschiedenen Strände ähneln und die Faszination mit der Zeit etwas nach lässt. Vielleicht ergeht es euch ja mit den Fotos ähnlich.

Gestern zeigte sich die Sonne noch weniger und es tröpfelte ab und zu. Wir ließen den Tag mit einem tollen Frühstück sehr gemütlich beginnen und machten uns gegen Mittag auf zum Cape le Grand Nationalpark. Dieser ist bekannt für die Lucky Bay, eine Bucht, in der Kängurus leben. Selbstverständlich wollten auch wir dorthin und das bekannte Fotomotiv nachstellen. Schon aus der Ferne ist die Bucht ein Traum: türkisfarbenes Wasser, weißer Sand und traumhafte felsige Landschaft drum herum. Das schlechte Wetter hatte hier einen großen Vorteil. Die sonst üblichen Touristenmassen waren ausgeblieben und nur wenige Spaziergänger und Jeeps begegneten uns am Strand. Ja ihr habt richtig gelesen: es ist uns gänzlich unverständlich, wieso es in einem Nationalpark erlaubt ist, mit dem Jeep am Strand entlang zu fahren. Wir wollen nicht wissen, wie das bei schönem Wetter und in der Hochsaison aussieht.

Zu Beginn unseres Spaziergangs wollten wir uns einer Kängurufamilie nähern, die kurz vor unserer Ankunft aufgeschreckt worden war und die Flucht ergriffen hatte. Voller Hoffnung suchten wir immer wieder die Küste ab und hatten auf dem Rückweg Glück, viel Zeit mit einem einzelnen Känguru zu verbringen und es sogar zu kraulen.

 

Glücklich kehrten wir zu Emma zurück, um uns mit Blick auf die Bucht einen Kaffee zu gönnen. Auch hier hatten wir nochmal Glück: eine Känguru-Mama mit Nachwuchs kam neugierig angehüpft und verbrachte ein bisschen Zeit mit uns.

 

 

Abends am Campingplatz gab es zum ersten Mal in Australien Fleisch in Form von Burgern. Die Gründe für unseren deutlich reduzierten Fleischkonsum sind vielfältig. Durch Uganda und auch die nachfolgenden Länder haben wir Fleisch als etwas sehr Kostbares kennengelernt und schätzen es jetzt mehr wert. Positive Nebeneffekte zu dieser Einstellung sind gesündere Ernährung und günstigere Einkäufe.

Da wir uns für den nächsten Tag gut 900 km Fahrt vorgenommen hatten, ging es früh ins Bett. Aktuell ist es kurz nach 17 Uhr und wir sind seit 6.30 Uhr mit Emma on the road. Der Tempomat läuft fast durchgängig auf 110 km/h und wir haben zwei Tank-/ Essenstopps hinter uns. Die längste gerade Straße Australiens haben wir bereits hinter uns (146 km) und wir nähern uns der Nullarbor Region, die ihren Namen den fehlenden Bäumen zu verdanken hat. Schon jetzt merken wir, wie weit und einsam die Landschaft ist. Es ist faszinierend, an einem Tag eine Strecke der Länge Deutschlands zurückzulegen und dabei nicht mehr als 50 Fahrzeugen und vier Tankstellen zu begegnen. Man fühlt sich genauso klein und unbedeutend, wie wir es global betrachtet auch sind.

 

Wir fühlen uns momentan noch sehr fit und werden vermutlich auch die Grenze nach Südaustralien überqueren, um es uns für die nächsten Tage etwas gemütlicher zu machen.

21:07 Uhr – alte Zeit

23:37 Uhr – neue Zeit

Wir sind also tatsächlich in die nächste Zeitzone gefahren und haben jetzt etwa 100 km hinter Eucla vor dem Nullarbor Roadhouse Emma abgestellt, noch etwas gegessen und werden jetzt schlafen. Morgen früh geht’s dann weiter. Den größten Teil der Strecke haben wir jetzt aber schon hinter uns und wir freuen uns auf morgen, wenn es dann bald wieder schöne Küsten entlang geht in Richtung Port Lincoln und wir uns unterwegs mal zum Baden ein Päuschen gönnen können oder schon früher einen schönen Campingplatz ansteuern.

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