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Halongbucht

Cat Ba scheint das Mallorca Vietnams zu sein – Cat Ba Town kann man sich nicht schönreden – es ist hässlich, hier sind über die letzten Jahrzehnte Hotels aus dem Boden geschossen – viele Stockwerke (zu) hoch. Für uns war hier nur eine Nacht geplant, bevor es am Montag dann auf eine 2-tägige Bootstour durch die tolle Landschaft der Halong-Bucht ging. Zudem war das die günstigste Nacht unserer bisherigen Reise – für 5 € schliefen wir im Doppelzimmer und hatten beide Frühstück.

Dienstagmorgen nach dem Frühstück trafen wir um 9.45 Uhr beim Veranstalter der Bootstour im Büro ein, eine halbe Stunde später wurden wir im Minibus zum etwas außerhalb gelegenen Hafen gefahren, wo unser Boot auf uns wartete. Für den ersten Tag waren wir auf einem etwas kleineren Boot, mit dem auch kleine, abgelegene Buchten und Gegenden in der Insellandschaft erreichbar waren. Staunend und mit offenem Mund fuhren wir durch die sich vor unseren Augen eröffnende Landschaft – zuerst durch kleine Fischerdörfer, in denen die Menschen ihr Leben komplett auf dem Wasser verbringen. Die Männer fahren zum Fischen mit den Booten raus, die Frauen kümmern sich zu Hause um die Fischzuchten. Gegen Mittag erreichten wir eine abgelegene Bucht mit Strand, wo ein Badestopp eingeplant war. In Nordvietnam ist aktuell Frühling, die Temperaturen während unseres Trips schwankten zwischen 13 und 18°C. Dennoch ließen sich Matze, James und Dan (zwei Engländer, die Teil unserer wirklich tollen und netten Gruppe waren) das Baden nicht nehmen. Das Wasser war kälter als erwartet und so schwammen sie kurz an den tollen einsamen Strand, kamen aber schnell zurück an Land um sich abzutrocknen und in warme Sachen zu packen.

Das Mittagessen war sehr reichhaltig und voller frischer Meeresfrüchte. Lecker! Miris Magen wollte noch einmal ein klein wenig rebellieren und plagte Miri den Tag über immer wieder mit Bauchschmerzen. Leider auch auf der Kajak-Tour am Nachmittag musste sich Miri gegen ihre Bauchkrämpfe behaupten und hielt sich mehr als tapfer. Danach ging es ihr glücklicherweise deutlich besser.

In 5 Zweier-Kajaks machte sich unser kleiner Trupp auf den Weg in verschiedene Lagunen, die nur mit Kajak durch sehr tiefe und kleine Höhleneingänge erreichbar waren. In den Lagunen hörten wir die Vögel zwitschern und die Affen schreien und waren wirklich baff, dass wir hier ganz alleine waren. Immer wieder mussten wir uns gegenseitig fragen, ob das gerade wirklich passiert. Die Landschaft ist wirklich absolut unglaublich und so genossen wir es, uns im Kajak zurückzulehnen, uns einfach treiben zu lassen, die Affen auf den Inseln zu beobachten und die Stille zu genießen.

Mit nassen Popos ging es zurück auf unser kleines Boot, das uns aber nach 30-minütiger Fahrt auf unser Hauptboot brachte, auf dem wir unser eigenes Zimmer, Badezimmer und Heizung hatten. Über die Suite mit dem Wahnsinnsausblick staunten wir nicht schlecht. Dort durften wir eine heiße Dusche genießen und frisch aufgewärmt schauten wir uns immer noch fasziniert die Landschaft auf der Fahrt zu unserem Ankerplatz für die Nacht an.

Nach einem tollen Abendessen gingen wir erschöpft früh ins Bett und schliefen glücklich schaukelnd ein.

Uns war vorher nicht bewusst, wie weitläufig und groß sich die berühmte Insellandschaft Halong Bay erstreckt. Über 1500 Quadratkilometer ragen die kleineren Inseln überall aus dem Meer, es gibt kleine Höhlen und die Tier- und Pflanzenwelt ist ebenfalls beeindruckend.

Am nächsten Morgen erwachten wir mit einem unglaublichen Blick auf die Bucht und Miri fühlte sich wie im Fernsehen bei „Traumschiff“. Nach dem Frühstück gingen wir frisch gestärkt noch einmal zum Paddeln und erkundeten erneut einsame Lagunen und fuhren durch enge Höhlen – gut, dass wir früh dran waren, denn noch ganz alleine kamen wir in einer Lagune an, in der wir 5 Langa-Äffchen beobachten konnten, von denen es nur noch gut 50 Stück gibt. Zum Schwimmen vor dem Mittagessen konnte sich keiner durchringen. Immer noch wollte die Sonne sich nicht zeigen, was auch bis zu unserer Rückkehr im Hafen gegen 15 Uhr so blieb. Ein letztes Mittagessen auf dem Schiff und danach Entspannung auf dem Deck. Das letzte Mal die tollen Eindrücke der unglaublichen Landschaft aufsaugen, während uns das Boot die letzten 2 Stunden zum Ausgangshafen schiffte.

Die Tour  von Catbaventures war definitiv ein absolutes Highlight auf unserer Reise und ließ uns jetzt zum Glück doch schnell vergessen, was uns auf dem Weg nach Vietnam vor 3 Tagen passiert war. Gerne wären wir noch länger auf dem Schiff geblieben und auch nochmal mit dem Kajak rausgefahren – aber insgesamt waren die 2 Tage natürlich genug – auch preislich gesehen.

Unsere Gruppe war unheimlich nett und auch überraschend zusammengesetzt: Neben uns beiden waren noch 2 weitere Paare auf großer einjähriger Weltreise. Die ersten Weltreisenden, die uns auf unserer eigenen Weltreise bisher begegnet sind. Dan und Jane aus Oxford mit ihrem „Grey Gap Year“ (auch Lehrer) und Basti und Lisa aus München, wie wir im Sabbatjahr, allerdings keine Lehrer. Außerdem noch ein alleinreisender Engländer und eine Mutter, die ihre Tochter vom Auslandssemester aus Kuala Lumpur abholte und den Anlass noch für ein bisschen Reisen nutzte.

Wir tauschten uns natürlich mit den beiden Weltreise-Pärchen aus und fanden unglaublich viele Gemeinsamkeiten. Es ist schön, wenn man sich über die Aufgaben, Probleme und Anstrengungen einer solchen Reise einmal mit Gleichgesinnten austauschen kann. Dass man sich aufs Wäschewaschen oder eine Küche tatsächlich so freuen kann, versteht man wohl nur aus solch einer Situation heraus. Dan und Jane sind Mitte fünfzig und haben zu Hause eine Liste geschrieben, was sie im Ruhestand noch tun wollen. Als die Liste fertig war, wurde beiden klar, dass viele dieser Dinge Ende 60 vielleicht aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich sein würden und so ergab es sich, dass die beiden schon jetzt aufbrechen konnten. Ab jetzt unsere großen Vorbilder – wir wollen auch irgendwann nochmal los. Basti und Lisa werden wir vielleicht nochmal wieder sehen – sie haben einen ähnlichen weiteren Routenverlauf, allerdings etwas zeitversetzt. Vielleicht wird man sich in Neuseeland oder Südamerika nochmals treffen.

Wie so oft sitzen wir im Moment im Bus und machen „Office“ – schreiben den neuen Blog und im nächsten Bus nach der Fähre werden die Massen an Bildern sortiert. So kommt ihr schon wenige Stunden nach unserem tollen Trip in den Genuss der wunderschönen Landschaft und könnt unseren Bericht lesen.

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Danke für eure vielen lieben Nachrichten und aufbauenden Worte zu unserem kleinen Flugvorfall. Es war schön, wie ihr mitgefühlt und geholfen habt.

Bis bald …

Mit diesem Blick von unserem Balkon in Hanoi aus verabschieden wir uns jetzt ins Bett. Irgendwie mystisch oder? Wir kommen gerade vom Essen direkt neben dem Hotel – es gab leckere Rice-Rolls und wir konnten direkt zusehen, wie sie gemacht wurden.

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