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D. Siem Reap

Mal wieder gab es ein paar Tage mit Krankheit zu überbrücken. Schon während der Busfahrt von Battambang in die Tempelstadt grummelte es in Miris Magen gewaltig, bevor sie dann eine wirkliche Horrornacht mit Reisedurchfall durchleiden musste. Gut ausgerüstet gab es direkt noch nachts Hühnerbrühe und Fenchel-Anis-Tee. Morgens besorgte Matze Elektrolyte aus der Apotheke. So konnte Schlimmeres verhindert werden und drei Tage später war Miri wieder die Alte.

Gut, dass wir für Siem Reap 5 Tage eingeplant hatten, ansonsten wäre der Besuch von Angkor Wat sprichwörtlich ins Klo gefallen.

Einen Ausflugstag widmeten wir dem sogenannten Floating Village, das derzeit allerdings nicht floatet. Wir mieteten uns mal wieder einen Roller und umgingen die sonst üblichen Komplettpaketausflugstouren. Das spart zum einen Geld und zum anderen macht es uns einfach mehr Spaß, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und zu erkunden.

Mit einem ebenfalls auf eigene Faust fahrenden französischen Paar kamen wir dann doch noch zur sonst inkludierten Bootsfahrt und zahlten zu viert so viel wie sonst pro Person. Warum in Siem Reap Touristen normalerweise nicht Roller fahren wie sonst sehr häufig in Südostasien, haben wir bis jetzt noch nicht verstanden. Im Internet liest man oft, dass Touristen hier keine Roller mieten dürfen oder oft von der Polizei angehalten und zur Kasse gebeten werden, was wir überhaupt nicht bestätigen können. Die Tuk Tuk Mafia scheint hier wohl doch noch deutlich mehr Macht zu haben als sowieso schon in diesen Ländern.

Die auf Stelzen gebauten Häuser sind schön anzusehen, oft nett dekoriert und die Menschen im Dorf profitieren sehr von den Touristenbesuchen und der damit verbundenen Einnahmequelle. Die kleine Schule fanden wir besonders niedlich, leider konnten wir keinen Unterricht sehen, da gerade Mittagspause war. Die kurze Bootsfahrt auf dem Tonle Sap See begeisterte uns wenig und muss aus unserer Sicht nicht gemacht werden. Für Touristen gibt es dort ein Restaurant und eine Krokodilfarm, die besichtigt werden kann. Das wollten wir beides nicht.

 

 

 

 

Nachdem wir uns im Hotel erfrischt hatten – dem Pool sei Dank – steuerten wir den noch untouristischen Hügel Phnom Krom an. Von dort hat man einen tollen Blick auf noch ein anderes Floating Village und kann einen schönen Sonnenuntergang bewundern. Die unendlichen Reisfelder und das ewige flache Land zeichnen für uns Kambodscha aus.

 

 

 

 

Für den nächsten Morgen war frühes Aufstehen angesagt. Um 5 Uhr sollte es nun endlich in den heißersehnten Angkor Wat Park gehen. Neben dem Haupttempel gibt es dort noch viele andere wahnsinnig sehenswerte Tempel und man könnte sicher mehrere Tage dort verbringen. Die Entscheidung, mehrere oder nur einen Tag zu gehen, nahm uns Miris Krankheit ab.

Für uns war der Tag ausreichend, da wir mit dem Roller gezielt einzelne Highlights ansteuern konnten, die Miri in vielen Stunden Blogs lesen für uns zusammengestellt hatte. Wir fuhren schwerpunktmäßig die Small Circuit Runde, ließen uns aber auch treiben und genossen auch zwei schöne Tempelanlagen (am See) der großen Runde, die etwas weniger überfüllt waren.

Dass das Weltkulturerbe natürlich Touristen in Massen anzieht, ist verständlich und im Voraus klar. Insgesamt verteilt es sich ganz gut. Wie man die überfülltesten Situationen meiden kann, fassen wir hier mal kurz zusammen:

Angkor Wat Tipps

  • Alle möchten das typische Sonnenaufgangsbild des Haupttempels Angkor Wat von vor dem See aus schießen. Die Bilder könnt ihr mit einfacher Google Suche in Sekunden finden und aus unserer Sicht kann man sich das sparen. Stattdessen direkt um 6.15 Uhr in den noch leeren Tempel hinein und das berühmte Foto später schießen.
  • Nach ein paar ruhigen Minuten im Haupttempel kann man sich für den Rundgang oben in den Türmen anstellen und wartet nur wenige Minuten, anstatt später 2 Stunden.
  • Für uns war die beeindruckende Parkanlage wunderbar eigenständig per Roller zu erkunden und wie immer genossen wir die Freiheit und Unabhängigkeit.
  • Nicht zu lange in der Haupttempelanlage Angkor Wat verweilen. Wir machten uns schnell auf den Weg zum Ta Prohm, dem aus Tomb Raider bekannten Tempel, der an vielen Stellen von riesigen Bäumen umschlungen wird. Kommt man früh, ist man dort fast noch alleine – später muss man innen dicht gedrängt durchlaufen.
  • Sonnenuntergang auf dem Tempelberg („Phnom Bakheng“) wäre sicher schön, man muss aber spätestens um 16 Uhr hoch und dann warten. Stattdessen zum See „Srah Srang“ – dort kann man ebenfalls einen tollen Sonnenuntergang erleben und teilt ihn auch nur mit einer Handvoll anderer Leute.
  • Die kleine Runde eignet sich gut für einen Tag, trotzdem vielleicht noch ein oder zwei Tempel der großen Route ansteuern, die sind deutlich weniger überlaufen. Wir waren bei: Ta Som und Neak Pean (mitten in einem See gelegen).

 

 

Für den Tag danach konnten wir glücklicherweise einen Late-Checkout im Hotel bekommen, da unser Flug erst um 19.30 Uhr abends nach Hanoi in Vietnam abheben sollte. Wir verbummelten den Vormittag in der Stadt, kauften Souvenirs, relaxten am Pool und packten dann auf 15 Uhr unsere Rucksäcke. Noch ein kurzes Mittagessen und danach begannen wir ebenfalls am Pool mit diesem Bericht. Um 17 Uhr wollten wir das Taxi nehmen und spaßeshalber schauten wir, ob denn unser Flug pünktlich abheben sollte. Da traf es uns mit voller Wucht und uns wurde plötzlich ganz anders. Unser Flug war schon am Abend vorher ohne uns nach Hanoi geflogen, während wir erschöpft aus Angkor Watt zurückgekommen waren. Wie das passieren kann? Wir hatten wohl beim Erstellen des Kalendereintrages einen folgenschweren Fehler gemacht. Hektisch mussten Entscheidungen getroffen werden – für Montag haben wir eine teure Tour in der Halongbucht gebucht, morgen schon bringt uns der Bus zum Startort der Tour in Cat Ba. Schnell wogen wir ab, auf welche Weise mehr Geld kaputt gemacht wird. Uns war schnell klar: Wir müssen noch heute nach Hanoi. Bei Miri flossen einige Tränen und wir mussten tief in die Tasche greifen, um jetzt im Grab vom Flughafen Hanoi zum Hotel zu sitzen. Wir beißen uns so sehr in den Arsch, weil wir auf dieser Langzeitreise so gut mit unserem Budget haushalten (müssen) und gerade jetzt vor den wirklich teuren Ländern Australien und Neuseeland tut diese unnötige Zusatzausgabe besonders weh.

Wir werden darüber hinwegkommen – auch wenn es ein paar Tage dauern wird. Am Montag müssen wir dann aber die Halongbucht umso mehr genießen, diese teure Tour haben wir uns gegenseitig zu Weihnachten geschenkt und uns hier einmal etwas gegönnt. Die lassen wir uns nicht vermiesen.

Scheiße, Scheiße, Scheiße … aber immerhin sind wir jetzt hier angekommen, woran wir zwischenzeitlich nicht mehr geglaubt hatten.

Ciao mit Ao!

 

PS: Angkor WHAT?

 

 

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2 Kommentare zu „D. Siem Reap Hinterlasse einen Kommentar

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