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B. Phnom Penh (1)

Als allererstes wünschen wir euch ein wunderschönes und vor allem gesundes NEUES JAHR. Wir hoffen, ihr seid gut ins neue Jahr gestartet und habt nicht zu viele Vorsätze. Wir sind super ins neue Jahr gestartet und hatten für uns ein perfektes Silvester. Wir sind von Kampot aus in die Hauptstadt Phnom Penh gereist, wo wir nun für 12 Tage in einer Wohnung leben. Das war uns schon seit einigen Wochen ein Anliegen. Endlich mal wieder für eine gewisse Zeit an einem Ort sein und nicht nur ein Hotelzimmer haben oder in einem Homestay wohnen. Wir haben in Phnom Penh eine tolle Wohnung gefunden, die auch wirklich preiswert ist und sind glücklich hier für eine Weile zu rasten.

Silvester verbrachten wir zu zweit in der Wohnung, kochten uns leckeres Essen, tanzten und sangen (die Wohnung ist dafür groß genug) und sahen uns das Minifeuerwerk auf unserer Dachterrasse an. Später telefonierten wir noch mit Miris Familie, die mit uns passend zu unserem neuen Jahr anstieß. Alles in allem ein wunderschöner Abend, an dem wir sehr glücklich und zufrieden waren.

Im neuen Jahr wurde Matze leider krank und so verbrachten wir die nächsten Tage viel zu Hause. Wir probierten uns in der asiatischen Küche aus und kochten viele gesunde Rezepte, Miri pflegte Matze gesund.

„Auf dem Roller bekomme ich oft das Gefühl von Freiheit und glücklich sein“ meinte Miri noch vor ein paar Tagen.

Durch die wegen Matzes Krankheit zu Hause verbrachten Tage kam Miri zur Ruhe und musste feststellen, dass das Gefühl, in der Wohnung mal wieder zu Hause zu sein und dabei aber eben doch nicht wirklich zu Hause zu sein, ihr zu schaffen machte. Ein Gefühl von Heimweh kam auf. Wobei man hier vermutlich genauer erklären muss, was das bedeutet. Vielleicht ist es mehr ein Vermissen. Das Gewohnte von Deutschland zu vermissen, die Freiheit alleine und zu jeder Tageszeit nach draußen gehen zu können und auch Freunde und Familie regelmäßig zu sehen. Wirkliches Heimweh ist es nicht. Denn wir beide sind für uns unser Zuhause, die Zeit ist wahnsinnig schön und wir sind unglaublich dankbar diese Chance zu haben. Dennoch gehören auch solche Gefühle mit zu einer solchen Reise – und diese Gefühle kommen dann hoch, wenn man zur Ruhe kommt und verarbeiten kann. Dabei fehlen einem dann die Familie und die Freunde.

Zum Glück kann man ja heutzutage furchtbar einfach per Videotelefonie Kontakt halten und so konnten wir die letzten Tage immer wieder mit den Liebsten telefonieren und so das Gefühl des Vermissens wieder zurückdrängen. Es ist mit Sicherheit ganz normal dieses Gefühl des Vermissens zu haben. Und vermutlich ist es genauso normal, dass Frauen dieses Gefühl stärker trifft.

An unserer großen Reise sind wir beide schon sehr gereift und stellen immer wieder fest, dass wir eigentlich 30 Jahre lang die Welt nicht gekannt haben. Natürlich kennen wir sie immer noch nicht komplett, aber wir kommen der Sache schon näher.

Der „Nachteil“ am langen Reisen ist, dass man eben nicht mal kurz seine Familie und Freunde sehen kann, wenn einem danach ist. Im Ganzen sind wir sehr glücklich und freuen uns auf die noch anstehende Zeit. Vermissen gehört eben auch zur Weltreise und ist wichtig. Und für uns wird das nach Deutschland kommen dadurch umso emotionaler und schöner …

 

Seit gestern geht es bei Matze zum Glück wieder bergauf, wir waren wieder on tour und es war ein wunderschöner Tag. Wir waren auf dem „Russian Market“ einkaufen. Für Miri gehören ja die Märkte zu ihren schönsten Erlebnissen auf Weltreise und so strahlte sie wieder über beide Ohren. Gegen später waren wir noch in einem Outlet und gönnten uns ein paar Kleinigkeiten. Abends kochten wir uns leckere Crevetten mit Reis und ließen den Abend mit der Serie „In aller Freundschaft“ ausklingen.

Heute gab es nach langer Zeit mal wieder eine Avocado zum Frühstück – die letzte hatten wir in Uganda, wo die Dinger direkt im Transitory Home auf dem Baum wuchsen. In Thailand, Malaysia und Sri Lanka hatten wir keine gefunden und die riesigen Avocados vom Russian Market entlockten uns einen Jubelschrei. Den Nachmittag verbrachten wir am Tonle Sap River und schlenderten durch die Gassen. Miri ließ sich spontan für 4$ die Haare schneiden und wir schlenderten mal wieder über einen Markt. Den Royal Palace schauten wir nur von außen an, genauso wie die innerstädtischen Tempel. Das Eintrittsgeld wird für Angkor Wat gespart, wo wir insgesamt rund 100$ einplanen müssen.

Phnom Penh gefällt uns gut, obwohl uns von vielen Seiten von einem längeren Aufenthalt hier eher abgeraten wurde. Die französische Architektur der Kolonialzeit prägt das Stadtbild und gammelt vor sich hin. Gleichzeitig sieht man moderne Gebäude entstehen, die das wahnsinnige Wachstum (finanziell – vermutlich durch den Tourismus) des Landes verdeutlichen. Wir kommen mit den zwei Währungen hier in Kambodscha ganz gut zurecht. Wir versuchen bei den Locals alles mit Riel zu machen, da sonst für Touristen alles grundsätzlich einen Dollar kostet – in Riel dann aber oft nur ein paar Cent. Was wir an den Kambodschanern toll finden, ist, dass sie sich überall Hängematten aufhängen, um dort bequem auf Geschäfte zu warten. So zum Beispiel die Fleischverkäuferin in Kampot (siehe letzter Beitrag). Auf dem Rückweg fuhren wir noch zum einzigen Supermarkt der Stadt, der Coke Zero im Sortiment hat, und deckten uns für die restlichen Tage ein.

Für die nächsten Tage steht die Vergangenheit Kambodschas für uns auf dem Programm und wir werden das Genocide-Museum und die Killing-Fields besuchen. Dass vor noch nicht einmal 50 Jahren hier eine komplette Generation Bildungsbürger gefoltert und ausgelöscht wurde, ist furchtbar und schwer vorstellbar. Vielleicht wäre das auch einmal etwas für den heimischen Geschichtsunterricht, anstatt zum dreiundzwanzigsten Mal den Nationalsozialismus in Deutschland durchzunehmen.

Jetzt sind wir eben aus dem hauseigenen Fitness-Studio zurück, trinken Kaffee und essen Passionfruit und dachten, es wird dringend Zeit für ein Update.

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Wir drücken euch aus der Ferne – allen Kolleginnen und Kollegen wünschen wir morgen einen guten Start zurück in der Schule.

Wir schicken euch sonnige und sehr warme Grüße aus Phnom Penh – genießt ihr dafür bitte den Schnee für uns mit.

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