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A. Kampot

Nach Ankunft am Flughafen Sihanoukville wurde uns schnell klar, dass wir eine gute Entscheidung getroffen hatten, hier nicht zu übernachten. Es wimmelte von unsympathischen Russen und was man im Internet über die Küsten- und Flughafenstadt liest, macht einen eher betroffen, als dass man sich hier auf Urlaub oder Strand freuen könnte (Prostitution, Drogen, etc.).

Dadurch mussten wir allerdings vom Flughafen aus die knapp 100 km nach Kampot irgendwie hinter uns bringen. Die Recherchen im Vorfeld ergaben: Nur einmal am Tag ein Zug, Busse nur von Sihanoukville Town und somit war klar: Wir müssen ein Taxi nehmen. Die Recherchen im Internet ergaben Preise zwischen 20 und 30 $ und so waren wir erstmal ganz schön genervt, als uns die Taxifahrer durchweg eine Fahrt für 50$ anboten und hier auch nicht mit sich verhandeln ließen. Wir merkten die Absprache der Taxifahrer untereinander. Diese Situationen, in denen Touristen keine andere Option haben, stören uns sehr, denn in diesen Situationen wird man förmlich ausgenommen.

Unsere Hartnäckigkeit und Geduld zahlte sich aus – Matze fand einen jungen Russen mit seiner Freundin, die sich spontan entschieden mit uns zu reisen, da sie auf dem Weg nach Vietnam waren. Somit wurden 45$ durch zwei geteilt und wir fuhren für 23$ nach Kampot. Auf der Fahrt fühlten wir uns nach Uganda zurückversetzt – die Straßenverhältnisse, viele unasphaltierte Straße, rote Erde und sichtbare Armut waren die ersten Eindrücke.

Nach einer dringend nötigen Dusche und der ersten Nacht im Hotel, mussten wir unsere Eindrücke revidieren. So arm wie Uganda ist Kambodscha vermutlich an vielen Stellen nicht – Kampot und Umgebung zumindest sind geprägt von den französischen Einflüssen der Kolonialzeit und es gibt tolle Häuser.

Beim Unterkünfte buchen werden wir immer besser und können trotz undurchsichtiger Bilder und Zimmerkategorien bei booking.com mittlerweile ganz gut zwischen den Zeilen lesen, welches Zimmer das beste ist. So hatten wir eines von drei Zimmern mit Blick auf den Fluss und Balkon im Kampot Riverside Hotel, wo wir uns wohlfühlten. Es ist schön am Fluss zu wohnen, wo man den Sonnenuntergang sehen kann und nachts viele beleuchtete Boote fahren.

An unserem ersten Tag erkundeten wir Kampot zu Fuß und erledigten nebenbei die Dinge, die es am ersten Tag zu erledigen gibt: Wasserkauf, SIM-Karten, u.ä.

Wir lieben es, zu Fuß die Gegend zu erkunden, da man hierdurch langsam genug ist, um auch mal Dinge zu entdecken, die man mit Roller/Auto nicht entdecken würde und dadurch von den typischen Touristenpfaden abweicht. So wurden wir auf dem Rückweg vom SIM-Kartenkauf in einen Markt hineingezogen, der sich über ein riesiges Areal unter niedrigen Dächern dahinzog und wo es wirklich alles zu kaufen gab: Vom Meeresgetier über Obst und Gemüse, Kleidung, Spielsachen, Lebensmittel bis hin zu Juweliergeschäften. Für Miri sind diese Märkte die absoluten Highlights auf dieser Reise. Leider gibt es das in Deutschland so nicht mehr. Wer mal genauer hingeschaut hat, weiß, dass auf dem Tübinger Wochenmarkt inzwischen leider auch das Meiste vom Großmarkt stammt und überteuert als lokal und bio verkauft wird.

Nach dem Markt kamen wir an einer Schule vorbei, wo gerade Schulschluss war – junge Mädchen kamen uns auf Rollern aus der Einfahrt entgegen und wir wagten uns kurz für ein paar Fotos auf den Schulhof. Im Gegensatz zu Thailand und Malaysia sind die Kinder hier in Kambodscha sehr freundlich: Sie winken und lächeln einem zu und freuen sich, wenn man zurückwinkt.

Am zweiten Tag mieteten wir uns einen Roller und erkundeten die Gegend. Erster Stopp: La Plantation, eine Pfefferfarm, die von einem belgisch-französischen Paar vor 5 Jahren ausschließlich mit Eigenkapital ins Leben gerufen wurde. Die Farm wirbt mit tollen Arbeitsbedingungen (Essen und Übernachtungsmöglichkeiten für die Arbeiter, Hilfe beim Schulgeld für deren Kinder, etc.) und ist berühmt für ihren „Kampot-Pfeffer“, der es auch unter Gourmets zu weltweiter Berühmtheit gebracht hat. Die Führung war kostenlos und sehr interessant und danach aßen wir „Nom Krourk“, ein sehr typisches Essen für hier, das aber selten angeboten wird in Restaurants, da es fast nur zu Hause gekocht wird. Schade, uns schmeckte es hervorragend.

Von der Pfefferfarm aus fuhren wir nach Kep, um den berühmten Krabbenmarkt und den Strand zu sehen. Am Strand waren wir sehr froh, dass wir den ehemals eingeplanten Übernachtungsstop für Kep doch wieder gecancelt hatten. Zwar waren es hauptsächlich Einheimische, die am überfüllten Strand wuselten, aber dennoch wäre das nichts für uns gewesen. Auf dem Krabbenmarkt ließen wir uns 1kg frisches Meeresgetier grillen: Es gab Tintenfisch, Crevetten und 2 große Krabben.

Auf dem Rückweg sorgte die Sonne für noch deutlichere T-Shirt-Abdrücke auf Armen und am Hals, bevor wir uns im Hotel den Dreck vom Rollerfahren (staubige, schlechte Straßen) unter der Dusche vom Leib waschen konnten. Zum Abendessen holten wir uns Fried Rice mit Meeresfrüchten aus einer kleinen Straßenküche aufs Zimmer und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Was das Packen betrifft, sind wir mittlerweile viel entspannter geworden und packen immer erst eine knappe Stunde vor Abfahrt. Wenn man am Abend vorher packt, fühlt es sich schon so an, als wäre man schon halb weg.

Car-/Train-/Bus-Office ist für uns mittlerweile zum Standard geworden: Im Moment sitzen wir im Ford Sprinter nach Phnom Penh und schreiben euch diese Zeilen. Für uns geht dadurch die Zeit auf den Transportwegen schnell vorbei und wir müssen dann nur irgendwann in Ruhe noch das Bildmaterial sortieren und bearbeiten.

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One thought on “A. Kampot Hinterlasse einen Kommentar

  1. oh ja, an den Markt in Kampot können wir uns auch noch gut erinnern!
    Und die Tour zur Pfefferfarm war sehr interessant und informativ.
    Wir wünschen euch weiterhin gute Reise und viel Freude in Kambodscha,

    liebe Grüße
    Gina und Marcus
    2 on the go

    Gefällt 1 Person

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