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B. Galle

Anstelle eines Tuk Tuks bestellten wir uns für die Fahrt zur Colombo Railwaystation ein kleines Auto via Uber, das aber fast in einem schlechteren Zustand war als normalerweise die Tuk Tuks. Trotzdem kamen wir sicher am riesigen Bahnhof an und kauften ganz unproblematisch am Schalter für insgesamt umgerechnet 2,50 Euro zwei Tickets nach Galle. Günstiger Preis für 150 Kilometer und 3 Stunden Zugfahrt. Wir warteten am Zuggleis mit vielen anderen Singhalesen und ein paar wenigen Touristen auf den Zug und waren gespannt, ob wir einen Sitzplatz ergattern würden. Leider war der Zug schon recht voll und wir mussten die ersten 2 Stunden in der Mitte des Ganges stehen. Vermutlich lag es an Wochenendreisenden. Das anstrengendste am Stehen waren die vielen Snacks- und Getränkeverkäufer, die sich im Fünfminutentakt durchdrückten. Als wir nach zwei Stunden einen Sitzplatz bekamen, wurde die Zugfahrt aber plötzlich sehr angenehm und gemütlich und wir merkten mal wieder, wie schön Zugreisen eigentlich sein können, in Deutschland aber preislich und wegen der Pünktlichkeit oft nicht in Frage kommen. So kamen wir zwar verschwitzt, aber dennoch glücklich in Galle an und mussten für die letzten 2 Kilometer ein Tuk Tuk nehmen, das im Vergleich zur Zugfahrt deutlich teurer war.

 

 

 

 

An unserem ersten Morgen besuchten wir einen katholischen Gottesdienst zum zweiten Advent, der sich als ziemlicher Reinfall entpuppte. Es war nicht wirklich Zeit für die englische Messe, weil die Einheimischen mit Proben für Weihnachten beschäftigt waren und so saßen wir vorne im Schiff mit einem sichtlich genervten Pfarrer und lärmenden Menschen drum herum. Eine Auswanderfamilie aus England hatte sich aber viel Mühe gemacht und so versöhnten uns die selbstgebastelten Candy – Canes und die gebackenen Plätzchen.

 

Galle Fort ist eine ehemalige Festung, in der wir eine Unterkunft gewählt hatten. Der kleine Stadtteil lebt ausschließlich vom Tourismus und hat mit dem Rest von Sri Lanka wohl wenig zu tun. Dennoch gefiel uns das kleine Städtchen sehr gut. Hippe Cafes und Szeneläden reihen sich in den kleinen Gassen der Innenstadt aneinander und laden zum Verweilen ein. Man fühlt sich teilweise wie in einer italienischen, kleinen Hafenstadt und so gar nicht wie auf Sri Lanka. Nach 3 Monaten weg von zu Hause gab uns dieses europäische Gefühl ein bisschen Heimat.

 

Geht man allerdings durch das Festungstor in die eigentliche Innenstadt von Galle, ist man sofort wieder im typischen, trubeligen und lauten Sri Lanka. Der Verkehr ist nach wie vor hektisch und wirkt auf den ersten Blick äußerst chaotisch, folgt aber doch seinen eigenen Regeln.

 

Der sehr berühmte Unawatuna-Strand 5 Kilometer entfernt konnte uns wie erwartet nicht überzeugen. Wir fanden allerdings  schnuckelige Plätzchen mit nur 5 Einheimischen und 4 Hunden zum Baden und Mittagessen (Mihiripennabeach, Koggallabeach). Die dort entstandenen Fotos wirken malerisch und sind viel besser geworden, als wir erwartet hatten, da das Wetter etwas diesig war.

 

 

Galle Fort war bisher mit Abstand am teuersten, was Restaurants angeht. Die Hauptgerichte kosten hier etwa 5 Euro, wofür wir sonst zu zweit satt werden. Aus deutscher Sicht natürlich immer noch sehr günstige Preise. Zum Selberkochen fehlt zum einen die Küche und zum anderen würden die gekochten Gerichte wahrscheinlich mehr kosten. Da wir selbst sehr gerne kochen, fehlt uns das manchmal. Zeit und Lust, die landestypischen Gerichte nachzukochen, wäre vorhanden, zumal auch die zweimal tägliche Restaurantsuche manchmal etwas anstrengend werden kann. Trotzdem schmeckt uns das Essen hier sehr gut und wir freuen uns, möglichst viele verschiedene Gerichte auszuprobieren.

Um die vielen Gerichte in den verschiedenen Ländern nicht zu vergessen, haben wir (hauptsächlich für uns) eine neue Rubrik „Rezepte“ auf die Homepage genommen. Bitte entschuldigt die mehrfache Ankündigung zum Papaya-Salat. Wir haben jetzt einen Weg gefunden, die Rezepte außerhalb der Blogbeiträge und ohne E-Mails einzustellen. Es liegt also an euch, ob ihr dort stöbert oder nicht.

 

Heute Morgen kamen wir in den Genuss unseres ersten srilankischen Frühstücks und das auch noch ganz kostenlos. Wie es dazu kam? Wir leisteten gestern Nacht zwei Kanadiern mental Erste-Hilfe, nachdem der Mann im Bad gestürzt war und eine tiefe Platzwunde auf der Stirn hatte. Zum Glück war die Nachbarschaft sehr hilfsbereit und ein Krankenwagen schnell gerufen und so war unsere Aufgabe hauptsächlich, den Mann und seine Frau zu beruhigen und ihnen beizustehen. Die Gastgeberin kaufte deshalb Frühstück für die Kanadier und für uns ebenso.

Das typische Frühstück besteht aus: Egg-Hoppers (Reispfannkuchen in Form einer Schale mit einem Spiegelei), Hoppers und Coconut Sambol (Kokosnussraspeln mit Chili) und Dhal (Linsencurry). Da wir sowieso gerne herzhaft frühstücken, waren wir hiervon sehr angetan und freuen uns schon hier in Mirissa (nächster Stopp) aufs wieder srilankische Frühstück, das dieses Mal inbegriffen ist.

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