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3. Der Süden Thailands

Von Chiang Mai nach Ko Lanta

Am nächsten Morgen machten wir uns guter Dinge auf den Weg zum Flughafen und ahnten noch nicht, was uns erwarten würde. Zum ersten Mal hatten wir weniger zeitlichen Puffer eingeplant, da das Fliegen für uns mittlerweile zur Routine geworden ist. Den großen Schock bekamen wir am Check-In Schalter. Die von uns gebuchte Airline hatte für Inlandsflüge nur jeweils 10 kg Aufgabegepäck vorgesehen. Nachdem wir den ersten Schock verdaut hatten, kamen die Zahlen bei uns im Kopf an, die uns die Dame am Schalter nannte. Pro Kilo sollten wir 400 Bath (ca. 10 Euro) nachbezahlen – hochgerechnet also 200 Euro. Zusätzlich dazu auch noch Übergepäck für den zweiten Flug von Bangkok nach Phuket, hier aber günstiger, weil bis 4 Stunden vorher das Übergepäck noch nicht ganz so teuer ist. Die Dame riet uns dazu, unser Aufgabegepäck deutlich zu erleichtern und eine zusätzliche Tasche mit ins Handgepäck zu nehmen. Kaum vorstellbar, aber wir schafften es, in 30 Minuten jeweils 7 Kilo in VIER zusätzlichen Taschen fürs Handgepäck unterzubringen und zahlten am Ende ca. 50 Euro Lehrgeld dafür, dass wir die Konditionen für den Inlandsflug nicht sorgfältig genug studiert hatten. Mit einem blauen Auge davon gekommen, saßen wir verschwitzt im Flieger, der auch kurz darauf Richtung Startbahn rollte. Bei allem Stress sind wir im Nachhinein für die Erfahrung dankbar, weil wir jetzt wissen, dass wir die Grenzen des Handgepäcks noch lange nicht ausgereizt haben. So können wir jetzt bis nach Vietnam, wo Matzes Eltern mit einem leeren Koffer auf uns warten, hier und da kleine Einkäufe tätigen und sie in zusätzlichen Handgepäckstaschen transportieren.

Da wir aber auch im Aufgabegepäck bisher schon immer an der Grenze zum Maximum waren, werden wir versuchen, von Kuala Lumpur aus ein erstes Paket nach Hause zu schicken, auch wenn das Porto hierfür schon ganz schön teuer ist.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Bangkok kamen wir am frühen Nachmittag in Phuket an und fuhren mit dem öffentlichen Bus vom Flughafen 1,5 Stunden nach Phuket Town. Die Ausstiegshaltestelle ermittelten wir grob über das während der Fahrt laufende Navigationssystem. Der Bus hält unabhängig von Haltestellen an, wo man gerne aussteigen möchte, und die Türen öffnen sich schon während der Fahrt.

Eine einfache Guesthouseübernachtung später saßen wir auch schon auf unserer Fähre nach Ko Lanta. Wir umschifften Koh Phi Phi und konnten traumhafte Ausblicke genießen, die für uns in diesem Moment aber irgendwie unreal waren. Schon oft hatten wir Bilder im Internet gesehen und uns sehnlichst gewünscht dort zu sein, jetzt auf der Durchreise allerdings kam es uns irgendwie seltsam vor. Insgesamt spüren wir derzeit eine Erschöpfung von der Reise, die erste kleine Welle Reisemüdigkeit, und so freuten wir uns auf fünf Nächte Ruhe im traumhaften Airbnb auf Ko Lanta.

Die fünf Tage vergingen wie im Flug. Der selbstorganisierte Alltag mit Sport und selber Kochen tat uns gut und der Infinity Pool, unsere Tolinos und die tollen Strände sorgten für die nötige Entspannung. Wir mieteten uns einen Roller, um flexibel zu sein, klapperten die schönsten Strände ab und fuhren am letzten Abend auf einen Kaffee nach Old Town. Das Städtchen ist wirklich lohnenswert und bietet traumhafte Ausblicke auf die Nachbarinselchen.

Die luxuriöse Unterkunft mit eigenem Infinitypool brachte auch viele Erinnerungen an Uganda zurück. Die Gegensätze zu der dortigen Armut sind manchmal schwer auszuhalten. Die Frage nach der Notwendigkeit nach solchem Luxus stellt sich nach vier Wochen Uganda natürlich schneller und häufiger. Hier in Thailand ist aber für unsere Verhältnisse dieser Luxus bezahlbar und wir glauben, dass wir ihn jetzt deutlich mehr schätzen können. Außerdem bleibt er für uns etwas Besonderes und wir wollen ihn uns nicht ständig gönnen. Im Gegenteil: die ersten Recherchen zu Homestays mit Arbeitsbeteiligung haben wir schon wieder hinter uns.

Die erste Welle Reisemüdigkeit haben wir durch offene Gespräche und Veränderungen im Alltag wieder gut in den Griff bekommen. Außerdem waren wir durch viele Blogs gewarnt und die Phase kam nicht völlig überraschend. Die Euphorie der ersten Monate hat sich gelegt. Die Zeit auf Ko Lanta und nächste Woche auf Langkawi brauchen wir, um die Eindrücke der letzten Monate zu verarbeiten, und unser Reiseverhalten verändert sich etwas: man muss nicht jeden Strand und jede Sehenswürdigkeit gesehen haben, sondern kann auch mal einen Tag in der Stadt und im Einkaufszentrum verbummeln. Auch das war uns bewusst und wir fühlen uns momentan hier in Krabi pudelwohl. Gestern kamen wir mit dem Bus von Ko Lanta hier an, werden morgen mit dem Roller ein klein wenig die Gegend erkunden, bevor wir dann Thailand hinter uns lassen und nach Malaysia fliegen.

 

Rollerausflug zu einer tollen Trekkingtour

Für den zweiten Tag in Krabi mieteten wir uns einen Roller und wollten die Umgebung um Krabi erkunden. Wir hatten viele tolle Sehenswürdigkeiten gefunden und entschieden uns am Abend bei einem leckeren Streetfoodmarket, dass wir gerne mal wieder wandern wollten.

Es gab eine tolle Tour, die jedoch etwas anstrengend sein sollte, und Miri war sich nicht ganz sicher, ob sie mit ihrem Husten dafür fit genug war. Wir wagten es und wurden reichlich belohnt.

Eine gute halbe Stunde Rollerfahrt entfernt gibt es tolle Strände und Buchten und die Landschaft darum herum ist beeindruckend. Unser Trail startete im Dschungel und wir hatten Glück, dass es morgens noch geregnet hatte und dadurch die Hitze vorerst erträglich war.

Der Tab Nak Hang Nak Nature Trail ist sehr bekannt und viele Menschen wandern hier hoch, um ein tolles Foto zu schießen. Wegen des Wetters und der erst beginnenden Hochsaison war jedoch nicht sehr viel los und wir genossen die tollen Wanderwege im Dschungel. Zum Schwitzen kam man trotz allem sehr schnell, was wir jedoch schon gewohnt sind, und da alle Menschen stark schwitzen, fällt man gar nicht so auf.

Nach knappen 1,5 Stunden straffem Marsch kamen wir oben an und wurden mit einem traumhaften Blick und toller Aussicht belohnt. Wir schauten uns an und waren wieder überglücklich. Schon auf dem Weg nach oben stellten wir fest, dass wir unsere Reisemüdigkeit soweit überwunden haben und es uns schon so viel besser geht. So konnten wir die Ruhe, die Natur und die Schönheit in vollen Zügen genießen, machten selbstverständlich auch tolle Bilder und aßen Banane. Man glaubt es kaum, aber Bananen sind für uns ein täglicher Begleiter und sie geben uns für Zwischendurch Kraft. Auch Matze ist schon seit einiger Zeit totaler Fan geworden.

Vom Gipfel aus machten wir ein kleines Geburtstagsvideo für unsere liebe Doro und freuten uns direkt im Anschluss eine ihrer legendären Sprachnachrichten als Antwort beim Abstieg anhören zu können. Unten angekommen, machten wir uns direkt auf den Heimweg, da wir uns auf ein leckeres Mittagessen auf dem Markt bei der netten Dame vom Vortag freuten.

Den Nachmittag verbrachten wir am Pool und packten dann unsere Sachen für den Abflug am nächsten Morgen. Auch hier merken wir immer mehr, wie wir schneller und entspannter werden – Routine eben.

Heute Abend gehen wir nochmal ans Ufer und essen ein letztes Mal leckeres thailändisches Essen, bevor wir dann morgen nach Kuala Lumpur aufbrechen.

Wir freuen uns auf die schöne Stadt, da wir über Leni vor einigen Monaten schon tolle Fotos zu sehen bekommen haben.

Über viele von euch haben wir mitbekommen, dass der Winter in Deutschland eingebrochen ist, und für uns ist es oft unvorstellbar, da wir hier täglich mehrere Flaschen Wasser herausschwitzen. Auch kommt keine Adventsstimmung bei uns auf, was für uns aber kein Problem ist, und wir freuen uns dieses Jahr auf ein anderes Weihnachten. Lasst euch von der Vorweihnachtszeit nicht stressen und trinkt einen Tee zur Entspannung.

Wir melden uns wieder aus unserem nun schon 5. Land. Unglaublich, wie die Zeit vergeht …

 

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