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2. Der Norden Thailands

Chiang Mai

Möchte man von Bangkok aus in den Norden, kommt man um Chiang Mai nicht herum. Chiang Mai, auch die Rose des Nordens genannt, ist deutlich kleiner als Bangkok und wir konnten nach den trubeligen Tagen in Bangkok etwas durchatmen.

Uns gefiel die Stadt von Anfang an sehr gut, da die Altstadt (in einem Quadrat umgeben von einem Wassergraben) von der Größe her überschaubar und dadurch zu Fuß erkundbar ist. So machten wir uns nach unserer Ankunft und dem Einchecken zu Fuß auf den Weg ins Zentrum und schlenderten durch die Altstadt, um einige Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Wir sahen uns einige Tempel der Stadt an und konnten Mönche bei ihrem Mittagessen zuschauen.

An diesem Tag war es sehr heiß und so brach uns immer wieder heftiger Schweiß aus – mal durch scharfes Essen verursacht, mal durch 10 Minuten Tempelhose tragen oder auch nur durch Schlendern am sonnigen Straßenrand.

Die Hitze, die Nacht im Zug und auch die Woche Bangkok steckten uns in den Knochen und so entschlossen wir uns, den frühen Abend gemütlich anzugehen. Wir liefen in unseren ersten großen Supermarkt (Supermärkte im Ausland sind für uns immer sehr spannend zu sehen) und besorgten Frühstück für die nächsten Tage, nahmen uns auf dem Heimweg bei einer Garküche Abendessen mit aufs Zimmer und packten die Rucksäcke für die Wanderung am nächsten Tag. Sowohl für die Wandertour, als auch für Pai hatten wir uns entschieden, unsere großen Rucksäcke im Hotel in Chiang Mai zu lassen und nur mit leichtem Gepäck zu reisen.

Etwas aufgeregt blickten wir dem Tag entgegen, weil die Übernachtung im Karendorf viele Fragen aufwarf. Wie wird unsere Gruppe zusammengesetzt sein? Wo werden wir schlafen? Wie sind die hygienischen Bedingungen? Gibt es Moskitos bzw. Netze? …

 

 

Trekkingtour im Dschungel von Ban Mae Sa Pok

Um 8.30 Uhr wurden wir von einem Minivan mit einem nicht englischsprechenden Fahrer abgeholt und trafen auf Gilliane und ihren Mann, zwei Schweizer. Wir fuhren knappe 2 Stunden nach Ban Mae Sa Pok westlich von Chiang Mai, wo uns Tong begrüßte. Durch die sprachlichen Barrieren war es teilweise schwierig herauszufinden, wie der Tag ablaufen wird und was wir unternehmen werden. Da die zwei Schweizer eine Einzeltour gebucht hatten, wurde auf die Schnelle ein zweiter Guide her geordert. So lernten wir „Liverpool“, der eigentlich Loepho hieß, kennen. Nach zehn Minuten entschuldigte er sich für seine Alkoholfahne und ging erstmal duschen. Er hatte nicht damit gerechnet, an diesem Tag arbeiten zu müssen.

Nichtsdestotrotz führte er uns sicher durch den Dschungel und die wundervolle Landschaft. Abwechselnd sahen wir tolle Wasserfälle, Reisfelder und tiefen Dschungel. Wir hatten ein tolles Mittagessen am Fluss, wo wir auch badeten. Das Essen war in ein Bananenblatt gewickelter Reis mit Omelette. Zwar sehr simpel, aber sowohl die Verpackung, als auch der Inhalt überzeugten uns sehr.

Da wir nun auch nicht in der Gruppe unterwegs waren, konnten wir auf Route und Niveau der Trekkingtour Einfluss nehmen und liefen eine größere Runde als geplant. Loepho sagte immer wieder „strong woman – strong man“ und zeigte seine Anerkennung.

Am späten Nachmittag kamen wir im Karen-Dorf (Karen sind die Bewohner dieser Gegend, die auch ihre eigene Sprache sprechen. Tablue heißt Danke und erinnerte uns den ganzen Tag an Bubi-Blue) an und bekamen unsere Schlafräume gezeigt. Tong sprach schmunzelnd immer von Hotel. Die Einfachheit des Dorfes und unserer Schlafmöglichkeit und des Badezimmers konnte uns durch die Erfahrungen in Uganda nichts anhaben. Im Gegenteil: die Sauberkeit des Trinkwassers beeindruckte uns.

Tong und die Gruppe kochten vorzüglich für uns typisches Thaifood und nach einem Schwätzchen am Lagerfeuer nach dem Essen mit den anderen zwei Paaren gingen wir früh schlafen. Die Nacht war soweit in Ordnung und wir starteten am nächsten Morgen ohne Muskelkater in den Tag. Für diesen Tag stand der Rückweg der Tour an und wir kamen an einem tollen Wasserfall vorbei. Leider hatte es zuvor stark geregnet und nur Matze traute sich mit den anderen Männern unter die prasselnde Naturdusche. Zum Abschluss der Tour fuhren wir mit einem Bambusfloß über einen Fluss und wurden dabei deutlich nasser als erwartet.

Unsere anfänglichen Sorgen und Fragen hatten sich alle geklärt und wir waren begeistert von diesen tollen Erfahrungen im Dschungel. Auch die zwei Schweizer hatten wir ins Herz geschlossen und verabschiedeten uns herzlicher als zu Beginn der Tour gedacht.

Die zwei Tage im Dschungel bescherten uns tolle Ausblicke, farbenfrohe Landschaften und Ruhe und Natur satt – genau das Richtige nach so viel Großstadt.

 

 

 

 

 

Pai – ein süßes Dorf in den Bergen

Nach einer weiteren Nacht in Chiang Mai ging es für uns frisch gepackt nach Pai noch tiefer in Thailands Norden. Die Busfahrt dorthin wurde im Internet wegen der über 500 Kurven schon als etwas strapaziös für den Magen beschrieben. Wir kamen gut zurecht, hatten aber auf beiden Fahrten sich übergebende Fahrgäste mit an Bord.

In Pai angekommen, waren wir sofort verliebt. Ein kleines, schnuckeliges Nest mitten in den Bergen, in dem die Uhren deutlich langsamer ticken und die Preise sogar für thailändische Verhältnisse noch günstiger sind. Wir schliefen beispielsweise für 12 Euro die Nacht in einer kleinen Bambushütte mit eigener Hängematte auf der Veranda. Das Pai Country Hut liegt drei Gehminuten vom Zentrum über einem Fluss und ist damit zentral, aber dennoch komplett ruhig. Wir können die Unterkunft uneingeschränkt empfehlen – falls jemand vorhat mal nach Pai zu reisen. Die Gemeinschaftsdusche und Klos sind sauberer als in anderen Hotels.

Pai ist an sich sehr touristisch, was aber nicht stört. Das Dorf hat viel Charme und kleine Läden, Bars und Restaurants reihen sich aneinander. Bei einem tollen Abendessen und danach in der Hängematte planten wir eine Rollertour für den nächsten Tag.

 

Ein perfekter Tag in Pai

Der regnerisch angekündigte Tag brachte uns lediglich einen Minischauer und stattdessen ohne knallende Sonne erträgliche Temperaturen.

  • Roller für 200 Bath (inklusive voller Tank) bzw. 5,20 Euro für 24 Stunden

 

  • Yun Lai Viewpoint: Aussichtspunkt auf dem Berg mit einem Kännchen Tee und einem aufgehängten Souvenir-Herz. Auf dem Weg dorthin fährt man durch ein chinesisches Dorf.

 

  • Chedi Phra That Mae Yen: ein weißer, riesiger Buddha, der im Berg sitzt und von weitem zu sehen ist. Von hier aus hat man einen schönen Blick über ganz Pai.

 

  • Pai Land Split: Hier haben 2009 und 2011 Erdbeben die Erde gespalten. Eine traditionelle Farm drumherum baut Obst und Gemüse an und für eine kleine Spende bekommt man ein ganzes Tablett voll mit Nüssen, Bananenchips, Kartoffeln und Marmelade zum Probieren.

 

  • Pam Bok Waterfall: Schöner Wasserfall, der sich seinen Weg durch eine Schlucht ins Tal bahnt.
  • Bamboo Bridge: Auf den ersten Blick fanden wir die Brücke über die Reisfelder nicht sehr spannend. Sie brachte uns aber deutlich tiefer in die tolle Landschaft als erwartet und am Ende der Brücke machten wir dann im Schatten einen kleinen Powernap.

 

  • Historical Bridge: Eine Brücke aus dem zweiten Weltkrieg, die Touristen einen schönen Blick auf den Fluss bieten soll. Die Stromkabel waren uns für tolle Fotos irgendwie im Weg.

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  • Pai Canyon: Schon ziemlich erschöpft kamen wir am Parkplatz an und waren eher lauffaul. Zum Glück gaben wir uns einen Ruck und konnten in diesem tollen Gelände etwas herumkraxeln und schöne Fotos schießen.

 

  • Abgerundet wurde unser Tag durch eine tolle Massage (1h Thaimassage für 200 Bath) in der Massageschule PTTM (PaiTraditionalThaiMassage). Diesen Ort empfehlen wir wärmstens und sind traurig, dass wir nur einmal hin konnten.
  • Abends Vorspeise auf dem Nachtmarkt von Pai (Sushi) und dann noch ein mächtiges Curry bei Na’s – einem hochbewerteten Restaurant bei Tripadvisor. Hätten wir nicht zwingend gebraucht und war das bisher teuerste Abendessen, seit wir hier in Thailand sind. Karsa Long war unser Lieblingsrestaurant in Pai.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Minivan zurück nach Chiang Mai, wo wir im Moment vor einem Waschsalon sitzen und auf unsere Wäsche aus dem Trockner warten.

Der dritte Beitrag aus Thailand wird dann vom Süden der Insel berichten. Bis dahin viele liebe Grüße nach Deutschland.

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5 Kommentare zu „2. Der Norden Thailands Hinterlasse einen Kommentar

    • Hi Romy … 😀

      „Deine“ Kängurus habe ich nicht vergessen. Am 6. Februar fliegen wir von Singapur aus nach Australien und dann mach ich ein super Foto für dich !!!

      Die Hunde waren so unglaublich süß, wir hätten am liebsten alle 4 mitgenommen und das hätten wir sogar dürfen. Aber wir können sie nicht mit auf die Reise nehmen. 😥

      Sag in der Schule liebe Grüße!
      dein Herr Zacher

      Liken

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