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I. Witsand

Tag 16-18

(Blick vom Dolphins Point bei Wilderness)

Nächster Übernachtungsort sollte Witsand sein. Von Wilderness aus führte unser Weg über Mossel Bay, eine sehr bekannte Bucht, die jedoch für uns nicht allzu spannend war, da es nach wie vor noch keine sommerlichen Temperaturen hat und Baden deshalb keine Option ist.

Dadurch kamen wir früher als geplant in Witsand in der Unterkunft an und konnten den Nachmittag noch zum Wale beobachten nutzen. Schon wieder hatten wir eine sehr schöne Unterkunft, dieses Mal mit Blick auf die Flussmündung des Breede River.
Das kleine Ferienhäuschen erinnerte uns beide irgendwie an die Häuser unserer Omas, wegen der alten Küche und der Gerüche.

Abends machten wir ein fettes Kaminfeuer und grillten parallel dazu draußen das erste Mal ganz alleine auf südafrikanische Art.

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Für den nächsten Tag war frühes Aufstehen angesagt, da der Weg zum De Hoop Nature Reserve eineinhalb Stunden über nicht asphaltierte Straßen führte. Während der Fahrt überquerten wir einen kleinen Fluss mit einer von Hand gezogenen Fähre, ein tolles kleines Abenteuer.
Die Fähre machte sich auf den Weg zu unserer Flussseite und so blieb Zeit für ein kleines Schwätzchen mit dem Mann aus dem Auto hinter uns, der Hannes hieß und gerade auf dem Weg war, Schafe zu kaufen. Dieses zufällige Treffen sollte ein absoluter Glücksgriff sein, wie sich später herausstellte, denn Hannes lud uns auf dem Rückweg von De Hoop auf seine Farm ein. Dazu später mehr.

Ein paar ordentliche Schlaglöcher später erreichten wir das De Hoop Nature Reserve, zahlten keinen Eintritt, da alle Nationalparks innerhalb dieser Woche kostenfrei besuchbar sind (ob sich da unsere Wildcard gelohnt hat?) und machten uns auf den Weg zur Rezeption. Heute wollten wir das Naturreservat mal auf dem Fahrrad erleben, riechen und hören. Auf dem Weg zum  berühmten Whalewatching Point wählten wir einen Trail, der uns buchstäblich über Stock und über Stein führte, bevor es dann etwas gemütlicher auf Schotter Richtung Koppie Alleen ging. Erschöpft aber auch beeindruckt vom Ausblick und der Landschaft, hatten wir ein tolles Picknick in den Dünen, während wir den Walen beim Spielen zusahen. Die Rückfahrt lag uns etwas schwer im Magen, oder besser gesagt im Hintern, denn dieser schmerzte nach der Hinfahrt auf den harten Mountainbike-Satteln doch ganz ordentlich.

Wir erinnerten uns an die Einladung von Hannes, und da der Nachmittag noch jung war, entschlossen wir uns, seine Farm zu suchen. Wir wurden von seiner Frau empfangen und saßen plötzlich in einem Landhaus, das wie aus einer anderen Zeit wirkte. Hannes freute sich, dass wir der Einladung gefolgt waren, und erzählte uns ein bisschen von seiner Familiengeschichte. Danach folgte ein für uns unvergessliches Erlebnis: Er gab uns zwei Jacken und wir durften wie die Feldarbeiter hinten auf dem Pickup mitfahren, um die Straußeneier einzusammeln. Ein paar Tage früher hatten wir uns bewusst gegen den Besuch einer solchen Farm entschieden, da diese oft touristisch sind und Zoos gleichen. Hier waren wir nun aber wirklich auf einer traditionellen und völlig untouristischen Farm gelandet.

Wir fuhren mit dem Pickup, der Wind blies und die Sonne schien uns ins Gesicht und wir konnten unser Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommen. Hannes und ein Feldarbeiter sammelten die Eier ein und wir durften alles aus nächster Nähe beobachten. Zwei Hennen sahen wir beim Eierlegen und ein Männchen machte den Brunfttanz.

Danach saßen wir noch lange mit Hannes zusammen und wir wären auch gerne über Nacht geblieben (es gibt ein Guesthouse). All unsere Sachen hatten wir aber in Witsand und so bleibt zu hoffen, dass wir vielleicht sein Angebot, bei seiner Tochter und ihrem Mann in Australien unterzukommen, annehmen können. Mal wieder war es toll Einheimische kennengelernt zu haben. Wie jedes Mal waren wir von der Herzlichkeit, der Offenheit, der Hilfsbereitschaft und der Gastfreundschaft überwältigt.

Wie wir vorher schon einmal geschrieben haben und was Hannes nun auch bestätigte: je südlicher man in Südafrika kommt, desto europäischer wirkt das Land und desto freundlicher werden auch die Leute. Aber wir haben es ja schon erwähnt, wir sind froh, schon vor Port Elizabeth angefangen zu haben, um eben auch anderes als „nur“ die Gardenroute zu sehen.

Im Moment fahren wir durch Getreide- und Rapsfelder am De Hoop vorbei. Matze hat dem Fährmann auf der Handfähre bei der Überfahrt geholfen und wir holpern mit 90 Sachen über die Schotterpiste Richtung Hermanus. Wir freuen uns schon seit Tagen auf den Pinguinstrand dort. Dazu dann im nächsten Beitrag mehr.

Bis dahin …

„J-A-M-U-N-A“

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5 Kommentare zu „I. Witsand Hinterlasse einen Kommentar

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