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Tagesausflug nach Stonetown, Spicetour und Prison-Island

Gerade kommen wir vom Schnorcheln – wir haben ein Mini-Riff direkt vor unserer Unterkunft 50 Meter ins Meer hinein, wo sich ein paar kleine Fischchen tummeln. Dort üben wir das Schnorcheln für unseren Ausflug am Dienstag nach Mnemba zum richtigen Schnorcheln.

Gestern hatten wir einen erlebnisreichen Tag voller neuer Eindrücke und Erfahrungen. Matloob, unser Fahrer, holte uns um 9.30 Uhr in Matemwe ab und fuhr mit uns Richtung Stonetown (Sansibar-Stadt). Unterwegs hatten wir die Gelegenheit auf einer Spice-Tour (machen hier alle Touris) die auf Sansibar wachsenden heimischen Gewürze kennenzulernen, zu kosten und zu riechen. So wissen wir jetzt (endlich!) wie unter anderem Pfeffer, Zimt, Muskat, Kurkuma, Kardamom, Ingwer, und viele andere Gewürze und Früchte wachsen und geerntet werden. Saleeh führte uns durch die Anlage und war vom Butterfly-Man (das sind die Jungs, die auf die Kokospalmen klettern) ebenso begeistert wie wir – Mister Butterfly kletterte und sang uns nebenbei ein sansibarisches Volkslied vor.

Danach fuhren wir mit Matloob (die Krönchen haben wir im Auto direkt wieder ausgezogen) nach Stonetown. Sein Cousin Mohammed the second wartete als unser Guide bereits in Oldtown direkt am Markt. Wir wären eigentlich auch alleine auf Erkundungstour in Stonetown gegangen, Matloob hatte aber seinen Cousin schon angerufen. So schanzen sich hier die Sansibaren die Arbeit zu. Hakunamatata. Pole pole. Im Nachhinein waren wir sehr froh über Mohammed den Zweiten, da er uns kompetent und zielsicher Stonetowns schönste und wichtigste Ecken gezeigt hat und wir uns mit ihm doch einiges mehr angeschaut haben, als wir uns zu zweit vielleicht getraut hätten.

Stonetown war ein tolles Erlebnis – gleich zu Beginn der Fisch- und Fleischmarkt ist faszinierend und etwas eklig zugleich. Die Stadt ist trubelig und in den engen Gassen bahnen sich Motorroller und Sackkarren rücksichtslos und schnell ihren Weg durch die völlig verwinkelte Stadt. In den Gassen sind Strom und Wasserleitungen komplett auf den Fassaden und über die Gassen verlegt. Sieht wild aus – scheint aber zu funktionieren. Schön für uns zu sehen: Muslime (95%) und Christen (Rest) leben, beten und feiern hier friedlich und sehr nahe beieinander. Die Muslime feiern hier gerne mit den Christen zusammen Weihnachten und vermutlich die Christen umgekehrt die muslimischen Feste auch. Zu Mittag gab es Sambusa, Reis und Fleisch mit einer leckeren Oktopus-Soße. Mohammed brachte uns in ein kleines Streetfood-Restaurant, wo hauptsächlich Einheimische essen. Um das Gebäude herum wird auf der Straße gegrillt, innen herrscht maximaler Trubel und wir waren einmal mehr froh, dass unser Guide uns Essen und Getränke bestellt hat und uns alles erklärt hat.

Zum Abschluss des Tages wurden wir mit dem Boot nach Prison-Island gebracht. Durch die vielen neuen Eindrücke und Erfahrungen konnten wir die abenteuerliche Fahrt trotzdem sehr genießen und kommen immer besser mit den afrikanischen Gegebenheiten zurecht.
Die Insel scheinen die Einheimischen als Badeinsel und Erholungsort zu nutzen. Für uns standen das frühere Gefängnis und die Schildkröten (Gruß an Leni :-)) auf dem Programm. Die Bilder sprechen für sich….

Nach einem zweiten Besuch beim Geldautomaten und zwei verschiedenen Supermärkten kamen wir gegen 19 Uhr im Dunkeln (Sonnenuntergang ist immer schon um 18.30 Uhr – anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, jetzt leben wir mit der Sonne) in unserer Unterkunft in Matemwe an. Obwohl wir vom langen und anstrengenden Tag sehr erschöpft waren, fiel es uns trotzdem lange schwer einzuschlafen. Die vielen Eindrücke des Tages und weiterhin die extreme Schere zwischen Arm und Reich gingen uns noch lange im Kopf herum.

Zum Thema Armut auf Sansibar noch ein paar Gedanken:

Wie wir gestern erfahren haben, gehört Matemwe zu den mit Abstand ärmsten Gegenden der Inseln. Wie ihr ja schon lesen konntet, beschäftigt uns das Thema sehr und wir sind viel am Überlegen, ob und wie man hier vor Ort die Menschen unterstützen könnte. Unser Hausbesitzer Mr. Kiki, der hier selbst geboren ist, erzählte uns heute von seinen mehrfachen erfolglosen Unterstützungsversuchen. Der Wunsch seiner Frau ist es, einen „Social Place“ für Frauen und Kinder in Matemwe zu bauen. Das Projekt droht an Besitzansprüchen und an Geld zu scheitern, obwohl Mr. Kiki den finanziellen Teil komplett übernehmen würde. Es scheint nicht leicht, in die hier gewachsenen Strukturen einzudringen und Einfluss nehmen zu können oder zu dürfen.

Wer Sansibar als Tourist besucht, kommt normalerweise nicht mit den Einheimischen in den ärmeren Gegenden in Kontakt. Uns widerstrebt dieses touristische Denken und Verhalten etwas. Direkt neben unserem Grundstück befindet sich eine Schule. Wir haben mit Armeire, einem Einheimischen, der am Strand touristische Aktivitäten anbietet, gesprochen und dürfen vielleicht morgen einen Blick in die Schule werfen.

Keine Angst, Chillen und Genießen kommt nicht zu kurz. Jetzt geht’s zum Feierabendbier ans Meer.

Kwaheri und bis bald…

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